Die ältesten bekannten Exemplare koreanischer Skulpturen sind in Felsen gemeißelte Bilder an einer am Fluss gelegenen Klippe namens Bangudae in Ulsan. Einige Ton-, Knochenund Steinfiguren, die Menschen oder Tiere darstellen, wurden in neolithischen Grabungsstätten gefunden. Töpferwaren mit Kamm-Muster waren die Kunstform dieser Zeit, sie wurden mit Beginn der Landwirtschaft durch gewölbte Muster ersetzt.
In Korea wurden auch einige Gegenstände aus prähistorischer Zeit gefunden. Aufgrund ihrer abstrakten Formen geht man davon aus, dass sie religiösen Zwecken dienten. Man stellte eine Vielzahl von bronzenen Gegenständen her, doch blieb die Tradition des neolithischen Zeitalters erhalten, und die Kunst dieser Zeit war weiterhin stark religiös geprägt.
Während der Zeit der Drei Königreiche, in der eine neue soziale Ordnung entstand, war die koreanische Kunst schlicht und robust. Der zunehmende Einfluss des Buddhismus wirkte sich jedoch auf Inhalt und Techniken der Kunst jener Zeit aus. Alle drei Königreiche förderten diese Religion nachdrücklich, bildhauerische Darstellungen aus Goguryeo (37 v. Chr.- 668 n. Chr.), Baekje (18 v. Chr. - 660 n. Chr.) sowie Silla (57 v. Chr. - 935 n. Chr.), waren daher vorwiegend buddhistische Abbildungen.
Zu den ersten Exemplaren gehören die vergoldete, stehende Bronzefigur Tathagata Buddha aus Goguryeo und die vergoldete, halb sitzende, meditierende Bronzefigur Maitreya, beide mit einem milden Lächeln. Die Statuen aus Baekje, wie der steinerne Buddha auf einer Klippe in Seosan, weisen elegante Gesichtszüge sowie ein vornehmes Lächeln auf, beides charakteristische Elemente der Baekje-Kunst.
Obwohl in der Kunst des Vereinigten Silla-Reiches realistische Techniken im Vordergrund standen, strebte sie nach einer makellosen sozialpolitischen Harmonie. In dieser Zeit erreichte die Schmiedekunst den höchsten Grad ihrer Vervollkommnung. In den großen Grabhügeln der Adligen aus der Silla-Zeit haben Archäologen umfangreiche Sammlungen an Goldschmuck der Könige und Königinnen entdeckt, wie Kronen, Ohrringe, Halsketten und Gürtel.
Insbesondere die goldenen Kronen sind Zeugnisse einer hoch entwickelten Kunstfertigkeit. Lineare Gravuren schmücken die geraden, baumförmigen Ornamente, die Anhänger sind mit goldenen Pailletten und kommaförmigen Jadeschmuckstücken verziert und mit feinen Drähten an den Diademen befestigt. Die Ohrringe sind mit kunstvollen Filigranarbeiten versehen.
Die Künstler der Silla-Zeit stellten auch hervorragende Tempelglocken her. Die Bronzeglocken sind für ihre elegante Form, ihren sonoren Klang und ihre beeindruckende Größe bekannt.
Die “Himmlische Glocke von König Seongdeok” oder Emille- Glocke, wie sie allgemein genannt wird, stammt aus dem späten 8. Jahrhundert und ist die größte existierende Tempelglocke in Korea. Sie ist mit exquisiten Skulpturen verziert, die lotusförmige Medaillons, Blumen, Flammen und himmlische Jungfrauen darstellen.
Charakteristisch für das Kunsthandwerk der Goryeo-Zeit (918-1392) ist das Seladon-Porzellan mit seiner wunderschönen jadegrünen Farbe. Es wurde eine Vielzahl von Gegenständen hergestellt, Töpfe, Weinkrüge, Teller, Tassen, Weihrauchbehälter und Blumenvasen, mit fein ausgearbeiteten Dekorationen, die entweder eingeritzt, als Relief oder als Intarsien gearbeitet waren. Das Seladon-Porzellan, das während des 12. und 13. Jahrhunderts hergestellt wurde, war eher als Schmuck denn zum praktischen Gebrauch gedacht. Man kann sagen, dass es die Sehnsucht der Menschen nach einer spirituellen Welt jenseits des irdischen Lebens verkörperte.
Die Seladon-Techniken gelangten während der chinesischen Song-Dynastie (960-1279) nach Goryeo. Der chinesische Einfluss ging jedoch in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts verloren, als die Kreativität der Koreaner ihren Höhepunkt erreichte. Bei der von koreanischen Töpfern entwickelten Einlegetechnik wurden Muster in den Ton geritzt und die Vertiefungen dann mit weißem oder schwarzem, geschlämmten Ton aufgefüllt.
Vor dem Brennen wurde die überflüssige Masse entfernt. Die Muster waren zunächst zart und schlicht. Auf Seladon- Gefäßen aus späterer Zeit jedoch findet man ausgeprägtere Muster von raffinierter Schönheit. Ende des 13. Jahrhunderts verwendeten die Töpfer nur noch diese populären Muster.Das handwerkliche Können ließ allmählich nach.
Nach den Einfällen der Mongolen wurden die Einlegearbeiten gröber. Die Fähigkeit, Seladon herzustellen, ging im 14. Jahrhundert verloren. Künstler von heute bemühen sich darum, sie wiederzugewinnen. Es gibt zahlreiche Künstler, die ihr gesamtes Leben und ihre ganze Energie darauf verwandt haben, das blau-grüne Porzellan der Goryeo- Zeit, Cheongja, wieder aufleben zu lassen. Dem weißen Porzellan in der Joseon-Zeit kam dieselbe Bedeutung zu, wie dem Seladon im Goryeo-Reich. Die Keramikkünstler dieser Zeit schufen zunächst das Buncheong, Steingut von gräulicher Farbe mit weißen Mustern und einer gräulich-grünen Glasur und entwickelten daraus mit der Zeit das weiße Porzellan.
Der dominierende Einfluss des Konfuzianismus auf die Gesellschaft der Joseon-Zeit spiegelt sich auch in der Kunst der damaligen Zeit wider. Im Gegensatz zur Goryeo-Zeit, die geprägt war von einer Aristokratie, die sich dem Müßiggang hingab, spielten im Konfuzianismus eher pragmatische, soziale Konzepte eine entscheidende Rolle. Das kam auch in der Art des Porzellans zum Ausdruck.
Die Formen des weißen Porzellans waren schlicht und streng im Gegensatz zu den eher bauchigen Formen des Goryeo-Porzellans. Während der Joseon-Zeit unterstanden die Brennöfen staatlicher Aufsicht. Sie produzierten sowohl weißes Porzellan als auch blaugrünes Seladon, beides mit Einlegearbeiten.
Das weiße Porzellan mit einer blauen Unterglasur war für gewöhnlich mit den Motiven der Sagunja (die “vier edlen Pflanzen”, die als traditionelle, künstlerische Symbole gelten) verziert. Hierzu zählen Pflaumenblüten, Orchideen, Chrysanthemen und Bambus, mit Lotusblumen, arabesken Formen und Herbstgräsern kombiniert. Moderne Künstler haben das Porzellan der Joseon-Zeit mit großem Interesse untersucht und versuchen, es wieder auf alte Weise herzustellen.
Die Bemühungen dieser Töpfer, die Kunstfertigkeit und die Techniken vergangener Zeiten wiederzubeleben, können in Icheon, einer kleinen Stadt, ungefähr eine Stunde von Seoul entfernt, beobachtet werden.
Koreas architektonische Formen können entsprechend den verwendeten Strukturen in zwei große Stilrichtungen unterteilt werden. Charakteristisch für Paläste und Tempel war die Giebelbauweise, während strohgedeckte Häuser und Ondol, beheizte Böden, typisch waren für die Häuser der einfachen Bevölkerung. Die Häuser der Oberschicht waren in der Regel größer und hatten Ziegeldächer, die elegant geschwungen waren und durch leicht nach oben gebogene Dachvorsprünge betont wurden.
Die Architekten legten besonderen Wert darauf, dass die Gebäude mit der natürlichen Umgebung harmonisierten. Eine der alten architektonischen Formen, ein hölzernes Gebäude aus der Goryeo-Zeit, Muryangsujeon (Halle des Ewigen Lebens), findet man noch heute im Buseoksa-Tempel in Yeongju, Provinz Gyeongsangbukdo. Man nimmt an, dass dieses Gebäude im 13. Jahrhundert erbaut wurde.
Westliche Architektur gelangte Ende des 19. Jahrhunderts nach Korea, als Kirchen und Bürogebäude für ausländische Gesandtschaften von Architekten und Ingenieuren aus dem Ausland gebaut wurden.
Seit den 1960er Jahren wurden im Zuge der Industrialisierung und Urbanisierung zahlreiche schöne, alte Gebäude abgerissen und durch unansehnliche Bauten ersetzt.

In den letzten Jahren beschäftigte man sich jedoch wieder mit der Erhaltung alter Gebäude und beherzigte das althergebrachte Konzept, dass Gebäude in Harmonie mit der Natur errichtet werden sollten.